Behandlungen

Systemische Therapien, lokale Verfahren und supportive Behandlung: Wirkweise, Einsatzgebiete und mögliche Nebenwirkungen.

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Systemische Therapien

Chemotherapie: Wie wirkt sie und wie wird sie verabreicht?

Quellen geprüft von: Doz. Dr. Ali OğulLetzte Aktualisierung: Oktober 2026

  • 2 Min. Lesezeit
  • 3 wissenschaftliche Quellen
  • 3 Fragen und Antworten

Systemische Behandlung mit Arzneimitteln, die die Zellteilung beeinflussen. Die folgende Zusammenfassung ist eine allgemeine Information. Die geeignete Behandlung wird individuell im Tumorboard besprochen.

Kurzinformation

Wozu dient sie?Sie zielt darauf ab, die Vermehrung sich teilender Krebszellen zu verlangsamen oder zu stoppen.
Wie wird sie verabreicht?Intravenös, als Tabletten zum Einnehmen oder in manchen Fällen als regionale Anwendung.
Wer plant sie?Die medizinische Onkologie; bei Bedarf gemeinsam mit Chirurgie, Strahlentherapie und weiteren Fachgebieten.
Allein?Sie kann vor oder nach einer Operation oder Strahlentherapie oder zusammen mit anderen Arzneimitteln erfolgen.
Chemotherapie: medizinische 3D-Illustration der systemischen medikamentösen Therapie, die auf eine Tumorzelle gerichtet ist
Chemotherapie: medizinische 3D-Illustration. Nicht maßstabsgetreu. Originalillustration, erstellt für draliogul.com.

Was ist das?

Die Chemotherapie ist eine medikamentöse Behandlung, die das Wachstum und die Teilung von Krebszellen stören soll. Da die Arzneimittel in den Blutkreislauf gelangen, können sie Tumorzellen in verschiedenen Körperregionen erreichen; deshalb spricht man von einer systemischen Therapie.

Das Ziel ist nicht bei jeder Patientin und jedem Patienten gleich. In manchen Fällen soll der Tumor verkleinert werden, in anderen sollen Zellen verringert werden, die nach einer Operation oder Strahlentherapie zurückbleiben können, und in wieder anderen geht es darum, die Erkrankung unter Kontrolle zu halten und Symptome zu lindern.

Wie wirkt sie?

Krebszellen teilen sich häufiger als gesunde Zellen. Chemotherapeutika stören diesen Vorgang, indem sie die DNA-Synthese, das Zellskelett oder die Phasen der Zellteilung beeinflussen. Platinverbindungen wie Cisplatin und Carboplatin, Taxane wie Paclitaxel und Docetaxel, Antimetaboliten wie Fluorouracil, Capecitabin und Gemcitabin sowie Anthrazykline wie Doxorubicin sind Beispiele für Wirkstoffe, die an verschiedenen Punkten ansetzen.

Auch gesunde, sich aber schnell teilende Gewebe können betroffen sein. Blutzellen, die Schleimhaut von Mund und Darm sowie die Haarwurzeln sind daher häufige Orte von Nebenwirkungen. Die Wahl des Arzneimittels, die Dosis und der Abstand werden nach den Leitlinien und der Organfunktion der Person angepasst.

Bei welchen Krebsarten wird sie eingesetzt?

Die Chemotherapie kann bei Lungen-, Brust-, Darm-, Magen-, Bauchspeicheldrüsen- und Eierstockkrebs, bei vielen Lymphomen und bei weiteren Tumoren Teil des Behandlungsplans sein. Bei manchen Krebsarten wird sie allein, bei anderen zusammen mit zielgerichteten Arzneimitteln oder einer Immuntherapie eingesetzt.

Welche Behandlung geeignet ist, wird im Tumorboard unter Beteiligung der jeweiligen Fachgebiete besprochen, wobei Art, Stadium und molekulare Merkmale der Krebserkrankung sowie der Allgemeinzustand gemeinsam berücksichtigt werden.

Wie wird sie verabreicht?

Viele Protokolle werden intravenös in einer Tagesklinik verabreicht. Einige Arzneimittel liegen als Tabletten oder Kapseln zum Einnehmen vor. Zwischen den Zyklen wird zur Erholung eine Pause eingelegt; die Gesamtdauer kann Wochen oder Monate betragen.

Vor jeder Gabe werden das Blutbild sowie die Nieren- und Leberwerte überprüft. Unterstützende Maßnahmen wie die Übelkeitsprophylaxe und bei Bedarf ein Wachstumsfaktor werden von Anfang an in den Plan aufgenommen. Die Dosis kann je nach Nebenwirkungen oder Laborergebnissen verschoben oder reduziert werden.

Bei der Nachsorge werden Blutuntersuchungen, Bildgebung und die Abfrage von Beschwerden gemeinsam beurteilt. Dosis oder Termin können je nach Nebenwirkungen und Organfunktion geändert werden. Die Liste der zu Hause eingenommenen Arzneimittel wird bei jedem Besuch aktualisiert. Plötzliches Fieber, Atemnot, unkontrollierter Durchfall oder Blutungen sollten noch am selben Tag gemeldet werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Es können Übelkeit, Müdigkeit, Appetitveränderungen, Haarausfall, Verstopfung oder Durchfall, Mundschleimhautentzündungen und eine erhöhte Infektanfälligkeit auftreten. Manche Arzneimittel haben eigene spezifische Wirkungen: So können manche Platinverbindungen die Nervenenden und manche Anthrazykline das Herz beeinträchtigen. Diese Wirkungen treten nicht bei jedem auf, und die meisten lassen sich durch eine unterstützende Behandlung beherrschen.

Beschwerden wie Fieber, Atemnot, unkontrollierter Durchfall, Blutungen oder Brustschmerzen sollten noch am selben Tag abgeklärt werden. Wohin man sich bei welchem Symptom wendet, wird vor Behandlungsbeginn besprochen.

Häufige Fragen

Nein. Bei manchen Tumoren im Frühstadium können eine Operation oder eine alleinige Beobachtung ausreichen. Bei anderen Patientinnen und Patienten stehen die zielgerichtete Therapie oder die Immuntherapie im Vordergrund. Die Entscheidung richtet sich nach den Eigenschaften des Tumors und dem Zustand der Person.

Viele Menschen ruhen sich am Tag der Gabe aus und kehren an den Tagen dazwischen in den Alltag zurück. Müdigkeit und Infektionsrisiko sind von Person zu Person unterschiedlich. Das Arbeitspensum lässt sich in Absprache mit der Ärztin oder dem Arzt planen.

Viele Nebenwirkungen klingen nach Abschluss der Zyklen ab. Taubheitsgefühle an den Nervenenden oder manche Organwirkungen können länger anhalten. Bei der Nachsorge wird gezielt danach gefragt und bei Bedarf die Dosis oder das Arzneimittel geändert.

Quellen

  1. National Cancer Institute (NCI). Chemotherapy to Treat Cancer. https://www.cancer.gov/about-cancer/treatment/types/chemotherapy
  2. American Cancer Society (ACS). Chemotherapy. https://www.cancer.org/cancer/treatment-types/chemotherapy.html
  3. Cancer Research UK. Chemotherapy. https://www.cancerresearchuk.org/about-cancer/treatment/chemotherapy

Die Links führen zu externen Quellen. Die Quellen waren im Oktober 2026 abrufbar.

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Dieser Inhalt dient ausschließlich der Information; wenden Sie sich für Diagnose und Behandlung unbedingt an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.