Behandlungen

Systemische Therapien, lokale Verfahren und supportive Behandlung: Wirkweise, Einsatzgebiete und mögliche Nebenwirkungen.

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Systemische Therapien

Zielgerichtete Therapie (Smart Drugs)

Quellen geprüft von: Doz. Dr. Ali OğulLetzte Aktualisierung: Oktober 2026

  • 2 Min. Lesezeit
  • 3 wissenschaftliche Quellen
  • 3 Fragen und Antworten

Arzneimittel, die ein bestimmtes Protein oder eine Genveränderung im Tumor angreifen. Die folgende Zusammenfassung ist eine allgemeine Information. Die geeignete Behandlung wird individuell im Tumorboard besprochen.

Kurzinformation

Andere BezeichnungSmart Drugs, zielgerichtete Therapie.
Wie wird sie ausgewählt?Anhand genetischer und proteinbasierter Tests an Tumorgewebe oder Blut.
Beispiele für MarkerEGFR, ALK, BRAF, HER2, BRCA, KRAS, MSI.
Wer plant sie?Medizinische Onkologie; das molekulare Ergebnis wird im Tumorboard interpretiert.
Zielgerichtete Therapie: medizinische 3D-Illustration eines Medikaments, das an ein molekulares Ziel einer Tumorzelle bindet
Zielgerichtete Therapie: medizinische 3D-Illustration. Nicht maßstabsgetreu. Originalillustration, erstellt für draliogul.com.

Was ist das?

Zielgerichtete Therapie bezeichnet Arzneimittel, die gegen ein bestimmtes Protein, einen Rezeptor oder eine Genveränderung in der Krebszelle gerichtet sind. Umgangssprachlich spricht man auch von Smart Drugs. Ziel ist es, das Wachstumssignal der Zellen zu unterbrechen, die dieses Ziel tragen.

Es gibt kein zielgerichtetes Arzneimittel, das bei jedem Tumor eingesetzt werden kann. Ein Arzneimittel kommt nur dann in den Plan, wenn das entsprechende Ziel im Tumor nachgewiesen wurde oder wenn es bei dieser Krebsart unabhängig vom Ziel zugelassen ist. Die Behandlung hängt daher oft von einem Testergebnis ab, das gemeinsam mit Pathologie und Bildgebung interpretiert wird. Arzneimittelliste und Dosis richten sich nach der Nieren- und Leberfunktion und den gleichzeitig eingenommenen Arzneimitteln.

Wie wirkt sie?

Niedermolekulare Arzneimittel können Signalproteine im Inneren der Zelle blockieren. Nach dieser Logik werden Osimertinib bei EGFR-Veränderungen, Alectinib bei ALK- und Dabrafenib bei BRAF-Veränderungen eingesetzt; PARP-Inhibitoren wie Olaparib kommen bei manchen Tumoren mit BRCA-Veränderungen zum Einsatz. Palbociclib und Ribociclib beeinflussen zusammen mit einer Hormontherapie bei manchen Brustkrebsformen den Zellzyklus.

Auch Antikörper wie Trastuzumab, Bevacizumab und Cetuximab binden an ein Ziel; die Antikörperform wird auf einer eigenen Seite beschrieben. Nebenwirkungen und Einsatzgebiete von Arzneimitteln derselben Wirkstoffgruppe sind nicht identisch.

Bei welchen Krebsarten wird sie eingesetzt?

Beim nichtkleinzelligen Lungenkrebs EGFR, ALK und weitere Marker, beim Melanom BRAF, beim Brustkrebs HER2 und Hormonrezeptoren sowie bei manchen Tumoren der Eierstöcke, der Prostata, des Darms und der Schilddrüse verändern die entsprechenden Veränderungen die Therapiewahl.

Welche Behandlung geeignet ist, wird im Tumorboard unter Beteiligung der jeweiligen Fachgebiete besprochen, wobei Art, Stadium und molekulare Merkmale der Krebserkrankung sowie der Allgemeinzustand gemeinsam berücksichtigt werden. Ein zielgerichtetes Arzneimittel ohne Testung nur anhand des Krebsnamens zu beginnen, ist meist nicht richtig.

Wie wird sie verabreicht?

Manche werden täglich als Tabletten eingenommen, andere in festgelegten Abständen intravenös verabreicht. Bei Tabletten werden die Einnahme nüchtern oder zum Essen, Grapefruit und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln besprochen. Bei den Kontrollen werden Blutwerte, Blutdruck und Wirkungen wie Hautausschlag oder Durchfall überwacht.

Die Behandlung kann fortgesetzt werden, solange die Erkrankung unter Kontrolle ist. Wegen Nebenwirkungen kann die Dosis reduziert oder eine Pause eingelegt werden. Die Abstände der Bildgebung werden nach der Tumorart geplant.

Bei der Nachsorge werden Blutuntersuchungen, Bildgebung und die Abfrage von Beschwerden gemeinsam beurteilt. Dosis oder Termin können je nach Nebenwirkungen und Organfunktion geändert werden. Die Liste der zu Hause eingenommenen Arzneimittel wird bei jedem Besuch aktualisiert. Plötzliches Fieber, Atemnot, unkontrollierter Durchfall oder Blutungen sollten noch am selben Tag gemeldet werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Je nach Wirkstoffgruppe können Hautausschlag, Durchfall, Müdigkeit, Blutdruckveränderungen, erhöhte Leberwerte und eine verzögerte Wundheilung auftreten. Manche Arzneimittel können den Herzrhythmus, das Lungengewebe oder den Blutzucker beeinflussen.

Wenn Beschwerden auftreten, sollte man sie noch am selben Tag melden, statt das Arzneimittel eigenmächtig abzusetzen. Viele Wirkungen lassen sich durch eine Dosisanpassung oder unterstützende Arzneimittel beherrschen.

Häufige Fragen

Nein. Gibt es ein geeignetes Ziel, kann es eine starke Option sein; gibt es kein Ziel, kann eine Chemotherapie oder eine andere Behandlung angemessener sein. Der Vergleich ist individuell.

In manchen Fällen wird die im Blut zirkulierende Tumor-DNA untersucht; dies nennt man Liquid Biopsy. Sie ersetzt nicht bei jeder Krebsart und für jede Fragestellung den Gewebetest.

Zeigt die Bildgebung ein Fortschreiten oder tritt eine bedeutsame Nebenwirkung auf, wird der Plan geändert. Eine erneute Biopsie oder ein zweiter molekularer Test kann in Betracht kommen.

Quellen

  1. NCI. Targeted Therapy to Treat Cancer. https://www.cancer.gov/about-cancer/treatment/types/targeted-therapies
  2. ACS. Targeted Therapy. https://www.cancer.org/cancer/treatment-types/targeted-therapy.html
  3. Cancer Research UK. Targeted cancer drugs and immunotherapy. https://www.cancerresearchuk.org/about-cancer/treatment/targeted-cancer-drugs-immunotherapy

Die Links führen zu externen Quellen. Die Quellen waren im Oktober 2026 abrufbar.

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Beurteilung und Zweitmeinung

Sie können sich mit Ihrem Pathologiebefund, Ihren Bildgebungsergebnissen und der Liste Ihrer Arzneimittel an Doz. Dr. Ali Oğul wenden.

Dieser Inhalt dient ausschließlich der Information; wenden Sie sich für Diagnose und Behandlung unbedingt an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.