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Immuntherapie: Das Immunsystem im Kampf gegen Krebs unterstützen
Quellen geprüft von: Doz. Dr. Ali Oğul·Letzte Aktualisierung: Oktober 2026
- 2 Min. Lesezeit
- 3 wissenschaftliche Quellen
- 3 Fragen und Antworten
Behandlungen, die dem Immunsystem helfen, die Krebszelle zu erkennen. Die folgende Zusammenfassung ist eine allgemeine Information. Die geeignete Behandlung wird individuell im Tumorboard besprochen.
Kurzinformation
| Häufig eingesetzt | Pembrolizumab, Nivolumab, Atezolizumab, Durvalumab, Ipilimumab. |
|---|---|
| Wozu dient sie? | Sie zielt darauf ab, die Reaktion des Immunsystems gegen den Tumor zu verstärken. |
| Besondere Nebenwirkung | Das Immunsystem richtet sich gegen körpereigenes Gewebe; eine frühzeitige Meldung ist wichtig. |
| Wer plant sie? | Medizinische Onkologie; bei einer Nebenwirkung gemeinsam mit dem jeweiligen Organfachgebiet. |

Was ist das?
Immuntherapie ist der Oberbegriff für Behandlungen, die dem körpereigenen Immunsystem helfen, Krebszellen zu erkennen und zu bekämpfen. In der Onkologie werden heute am häufigsten Antikörper eingesetzt, die man Checkpoint-Inhibitoren nennt.
Statt den Tumor direkt zu vergiften, lockern diese Arzneimittel den Bremsmechanismus zwischen Immunzelle und Tumor. Deshalb unterscheiden sich sowohl die Wirkung als auch das Nebenwirkungsmuster von der Chemotherapie. Bei Patientinnen und Patienten, die profitieren, kann das Ansprechen länger anhalten als bei einer Chemotherapie; bei denen, die nicht profitieren, wird auf andere Optionen gewechselt. Kontrollintervall und Dauer werden je nach Tumorart von Anfang an besprochen.
Wie wirkt sie?
Pembrolizumab und Nivolumab binden an das Protein PD-1, Atezolizumab und Durvalumab an das Protein PD-L1 und Ipilimumab an das Protein CTLA-4. Bei manchen Patientinnen und Patienten verbirgt sich der Tumor mithilfe dieser Proteine vor dem Immunsystem. Verringert das Arzneimittel diese Tarnung, können T-Zellen den Tumor wieder erkennen.
Das Ansprechen zeigt sich möglicherweise nicht sofort. In manchen Bildgebungen kann der Tumor zunächst größer erscheinen und dann schrumpfen; dies nennt man Pseudoprogression, die von einem erfahrenen Team beurteilt wird.
Bei welchen Krebsarten wird sie eingesetzt?
Beispiele sind das Melanom, der nichtkleinzellige Lungenkrebs, Nierenkrebs, Blasenkrebs, einige Kopf-Hals-Tumoren, das Hodgkin-Lymphom und ausgewählte Tumoren mit hoher MSI oder hoher Tumormutationslast. Es gibt auch Schemata, bei denen sie zusammen mit Chemotherapie oder zielgerichteten Arzneimitteln gegeben wird.
Welche Behandlung geeignet ist, wird im Tumorboard unter Beteiligung der jeweiligen Fachgebiete besprochen, wobei Art, Stadium und molekulare Merkmale der Krebserkrankung sowie der Allgemeinzustand gemeinsam berücksichtigt werden.
Wie wird sie verabreicht?
Sie wird in der Regel alle zwei, drei, vier oder sechs Wochen intravenös verabreicht. Je nach Ansprechen und Verträglichkeit kann die Dauer Monate oder länger betragen. Vor jedem Zyklus werden Beschwerden abgefragt und eine Blutuntersuchung durchgeführt.
Manche immunvermittelte Nebenwirkungen können auch nach Ende der Behandlung auftreten. Deshalb endet die Nachsorge nicht mit dem Enddatum. Lebendimpfstoffe und Arzneimittel, die das Immunsystem unterdrücken, werden gesondert besprochen.
Bei der Nachsorge werden Blutuntersuchungen, Bildgebung und die Abfrage von Beschwerden gemeinsam beurteilt. Dosis oder Termin können je nach Nebenwirkungen und Organfunktion geändert werden. Die Liste der zu Hause eingenommenen Arzneimittel wird bei jedem Besuch aktualisiert. Plötzliches Fieber, Atemnot, unkontrollierter Durchfall oder Blutungen sollten noch am selben Tag gemeldet werden.
Mögliche Nebenwirkungen
Es können Müdigkeit, Hautausschlag, Juckreiz, Durchfall, Husten und Atemnot, Veränderungen der Schilddrüsen- oder Hypophysenhormone sowie erhöhte Leberwerte auftreten. Richtet sich das Immunsystem gegen ein eigenes Organ, können Kolitis, Pneumonitis oder Hepatitis entstehen.
Neu auftretender Durchfall, Atemnot oder starke Müdigkeit sollten ohne Abwarten gemeldet werden. Die Reaktion kann mit Arzneimitteln wie Kortikosteroiden unterdrückt werden; ein frühes Eingreifen verringert Organschäden.
Häufige Fragen
Ziel ist es, die Immunantwort zu verstärken, doch nicht jeder Tumor spricht an. Tests wie PD-L1, MSI oder Mutationslast helfen bei der Auswahl; das Ergebnis bestimmen sie nicht allein.
Bei vielen Lungen- und anderen Krebsarten ja. Die Entscheidung über eine kombinierte Anwendung richtet sich nach Stadium und Tumorart.
Leichte Wirkungen können beobachtet werden. Bei mittelschweren und schweren Wirkungen wird ein Zyklus ausgelassen, die Dosis geändert oder das Arzneimittel dauerhaft abgesetzt. Die Entscheidung hängt vom betroffenen Organ und dem Schweregrad der Nebenwirkung ab.
Quellen
- 1NCI. Immunotherapy to Treat Cancer. https://www.cancer.gov/about-cancer/treatment/types/immunotherapy
- 2ACS. Immunotherapy. https://www.cancer.org/cancer/treatment-types/immunotherapy.html
- 3Cancer Research UK. Targeted cancer drugs and immunotherapy. https://www.cancerresearchuk.org/about-cancer/treatment/targeted-cancer-drugs-immunotherapy
Die Links führen zu externen Quellen. Die Quellen waren im Oktober 2026 abrufbar.
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Beurteilung und Zweitmeinung
Sie können sich mit Ihrem Pathologiebefund, Ihren Bildgebungsergebnissen und der Liste Ihrer Arzneimittel an Doz. Dr. Ali Oğul wenden.
Dieser Inhalt dient ausschließlich der Information; wenden Sie sich für Diagnose und Behandlung unbedingt an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.