Behandlungen

Systemische Therapien, lokale Verfahren und supportive Behandlung: Wirkweise, Einsatzgebiete und mögliche Nebenwirkungen.

Haben Sie eine Frage?Für einen Termin oder eine Zweitmeinung können Sie per WhatsApp schreiben.

Unterstützende Behandlungen

Palliativversorgung: Symptome und Lebensqualität

Quellen geprüft von: Doz. Dr. Ali OğulLetzte Aktualisierung: Oktober 2026

  • 2 Min. Lesezeit
  • 4 wissenschaftliche Quellen
  • 3 Fragen und Antworten

Behandlung von Schmerzen, Atemnot und Beschwerden, die den Alltag erschweren. In jeder Phase der Behandlung. Die folgende Zusammenfassung ist eine allgemeine Information. Die geeignete Behandlung wird individuell im Tumorboard besprochen.

Kurzinformation

Wann?Ab der Diagnose, nicht erst in den letzten Wochen.
Wozu dient sie?Behandelt Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Verstopfung, Schlaf und psychische Belastung.
Mit wem?Medizinische Onkologie, Palliativmedizin, Schmerzmedizin und Hausärztin bzw. Hausarzt gemeinsam.
Aktive Behandlung?Sie kann auch gegeben werden, während Chemotherapie oder Immuntherapie weiterlaufen.
Palliativversorgung: medizinische 3D-Illustration von Symptomkontrolle und Lebensqualität
Palliativversorgung: medizinische 3D-Illustration. Nicht maßstabsgetreu. Originalillustration, erstellt für draliogul.com.

Was ist das?

Palliativversorgung zielt darauf ab, die durch Krebs oder seine Behandlung verursachten Beschwerden zu verringern und die Person darin zu unterstützen, nach ihren eigenen Prioritäten zu leben. Sie ist keine Leistung, die den letzten Tagen der Versorgung vorbehalten ist. Die Weltgesundheitsorganisation definiert sie als das frühe Erkennen und Lindern von Leiden bei lebensbedrohlicher Erkrankung.

Die Palliativversorgung kann hinzukommen, während die aktive Tumorbehandlung fortgesetzt wird. ASCO empfiehlt, dass die Palliativversorgung bei fortgeschrittenem Krebs frühzeitig in die onkologische Standardversorgung einbezogen wird. Das bedeutet nicht, die Behandlung aufzugeben. Die Symptomkontrolle beeinflusst auch, ob eine Person die Behandlung fortsetzen kann.

Wie wirkt sie?

Bei Schmerzen wird ein abgestuftes medikamentöses Vorgehen angewendet. Man kann mit Paracetamol oder einem nichtsteroidalen Arzneimittel beginnen und bei Bedarf auf ein Opioid wechseln. Die Dosis wird zusammen mit Opioidwirkungen wie Verstopfung und Übelkeit angepasst. Bei Atemnot wird die Ursache gesucht, und Sauerstoff oder ein niedrig dosiertes Opioid kann besprochen werden.

Ernährung, Schlaf, Depression, die Erschöpfung pflegender Angehöriger und das Gespräch über Ziele gehören zum selben Rahmen. Ziel ist es, zu erhalten, was die Person weiterhin tun kann.

Bei welchen Krebsarten wird sie eingesetzt?

Sie hat bei jeder Krebsart ihren Platz, bei der Beschwerden bestehen. Schmerzen beim Bauchspeicheldrüsenkrebs, Atemnot beim Lungenkrebs und Darmverschluss bei Tumoren im Bauchraum sind häufige Beispiele. Auch in frühen Stadien kann für Behandlungsnebenwirkungen Unterstützung nötig sein.

Welche Behandlung geeignet ist, wird im Tumorboard unter Beteiligung der jeweiligen Fachgebiete besprochen, wobei Art, Stadium und molekulare Merkmale der Krebserkrankung sowie der Allgemeinzustand gemeinsam berücksichtigt werden. Für Schmerzen kann die Schmerzmedizin, für die Ernährung eine Ernährungsberatung und für seelische Unterstützung die Psychologie hinzugezogen werden.

Wie wird sie verabreicht?

Bei der ambulanten Kontrolle werden Symptomscores abgefragt. Die Arzneimittel werden zu Hause zu festen Zeiten eingenommen. Bei komplexen Schmerzen wird ein Konsil der Palliativmedizin oder Schmerzmedizin angefordert. Manche Krankenhäuser haben eine eigene palliativmedizinische Ambulanz.

Wenn sich das Behandlungsziel ändert, zum Beispiel wenn Tumorarzneimittel keinen Nutzen mehr bringen, wird der Versorgungsplan erneut besprochen. Dieses Gespräch muss nicht überstürzt oder in einem einzigen Termin abgeschlossen werden.

Bei der Nachsorge werden Blutuntersuchungen, Bildgebung und die Abfrage von Beschwerden gemeinsam beurteilt. Dosis oder Termin können je nach Nebenwirkungen und Organfunktion geändert werden. Die Liste der zu Hause eingenommenen Arzneimittel wird bei jedem Besuch aktualisiert. Plötzliches Fieber, Atemnot, unkontrollierter Durchfall oder Blutungen sollten noch am selben Tag gemeldet werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Die Palliativversorgung selbst ist kein Eingriff. Die eingesetzten Arzneimittel haben Wirkungen. Opioide können Verstopfung, Schläfrigkeit und Übelkeit verursachen. Kortikosteroide können den Appetit anregen, aber Schlaf und Blutzucker stören. An ein Abführmittel wird an dem Tag gedacht, an dem ein Opioid begonnen wird.

Eine plötzliche Zunahme der Schmerzen, ein neues neurologisches Symptom oder eine verlangsamte Atmung nach einem Arzneimittel werden noch am selben Tag abgeklärt.

Häufige Fragen

Nein. Palliativversorgung wird auch gegeben, während die Behandlung fortgesetzt wird. Hospiz bzw. Versorgung am Lebensende konzentriert sich auf die Zeit, in der krankheitsverändernde Behandlungen beendet werden. Die beiden Begriffe sind nicht austauschbar.

Bei Krebsschmerzen werden Opioide zur Symptomkontrolle und unter ärztlicher Überwachung eingesetzt. Die Dosis wird nicht eigenmächtig erhöht. Ziel ist es, die täglichen Aktivitäten fortsetzen zu können.

Im Gegenteil: Die Symptomkontrolle kann es erleichtern, die Behandlung fortzusetzen. Frühe Unterstützung ist in fortgeschrittenen Stadien mit der Lebensqualität verbunden.

Quellen

  1. NCI. Palliative Care in Cancer. https://www.cancer.gov/about-cancer/advanced-cancer/care-choices/palliative-care-fact-sheet
  2. Weltgesundheitsorganisation (WHO). Palliative care fact sheet. https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/palliative-care
  3. ACS. Palliative Care. https://www.cancer.org/cancer/supportive-care/palliative-care.html
  4. Ferrell BR et al. Integration of Palliative Care Into Standard Oncology Care: ASCO Clinical Practice Guideline Update. J Clin Oncol. 2017. DOI: 10.1200/JCO.2016.70.1474 DOI: 10.1200/JCO.2016.70.1474

Die Links führen zu externen Quellen. Die Quellen waren im Oktober 2026 abrufbar.

Termin

Beurteilung und Zweitmeinung

Sie können sich mit Ihrem Pathologiebefund, Ihren Bildgebungsergebnissen und der Liste Ihrer Arzneimittel an Doz. Dr. Ali Oğul wenden.

Dieser Inhalt dient ausschließlich der Information; wenden Sie sich für Diagnose und Behandlung unbedingt an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.